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Web 2.0

Blogs

Die Begriffe Weblog1 und Blog2 bezeichnen synonym eine Klasse von Webseiten, die sich vor allem durch ihre chronologischen Inhaltserweiterung entlang einer nachvollziehbaren Zeitachse auszeichnen und somit, zum Beispiel durch die verbreitete Kombination mit RSS-Feeds3, das Abonnieren von neuen Blog-Einträgen ermöglichen. Die Verlagerung klassischer Tagebucheinträge und Journale ins Internet und die damit einhergehende Veröffentlichung eigener Inhalte, Meinungen und Gedanken durch eine breite Masse von Nutzern wurde durch das Aufkommen einfach zu bedienender Blogsoftware wie WordPress im Jahre 2004 und fertiger online Blogapplikationen wie Google’s Blogger in 2003 initiiert (Roggenkamp 2010, S.37). Diese offenen Personal-Publishing-Systeme ermöglichen es Nutzern, ähnlich wie Wikis, auch „ohne fundierte Programmierkenntnisse beliebige Inhalte schnell [zu] publizieren und [zu] verbreiten” (Friedman 2008, S.40). Blogs werden, indem sie somit Bürgerinnen und Bürgern eine aktive Rolle im Zusammenhang mit der Nachrichtenverbreitung ermöglichen, zum Inbegriff des Grassroutes Journalism4 der sich die Schaffung unabhängiger Medien zum Ziel gesetzt hat, um so die Demokratie zu stärken.

Zwar gibt es keine zuverlässigen Zahlen über den Umfang der sogenannten Blogosphäre5, dennoch spielen Blogs im heutigen Web 2.0 eine zentrale Rolle, stehen sie doch wie kaum ein anderes Werkzeug für die Verbreitung von User-Generated-Content im Internet. Die oft von journalistischen Laien verfassten Inhalte werden häufig als Antwort zu Artikeln aus etablierten Konzernmedien verfasst, greifen Themen aus dem Presse-Mainstream auf oder verbreiten neue Informationen aus Nischenthemen. Den Nutzern wird so die Möglichkeit gegeben, ihre eigenen Ansichten, Meinungen und Erkenntnisse öffentlich einsehbar zu verbreiten und so neue Themenfelder abseits der Nachrichtenagenturen und illustrierten Magazine zu erschließen.

Mit der Möglichkeit der Partizipation der Leser durch das (häufig auch anonym mögliche) Kommentieren von Einträgen und dem direkten Bezugnehmen durch sogenannte Trackbacks6 kommt in Blogs ein weiteres wesentliches Instrument des Web 2.0 zum Tragen (Roggenkamp 2010, S.38). Anders als bei herkömmlichen Printmedien oder redaktionell betriebenen klassischen Nachrichtenagenturen, können Leser so unmittelbar auf Beiträge reagieren, wodurch Diskussionen angeregt und der Webseiteneintrag dynamisch erweitert wird. Folglich ermöglichen es Blogs nicht nur einer breiten Masse selbst quasi-journalistisch tätig zu werden, sondern auch nicht-Bloggern Stellung zu beziehen.

  1. Der Begriff Weblog geht auf den Amerikaner Jorn Barger zurück, der den Begriff 1997 zum ersten Mal verwendete und heutzutage als Weblogpionier gilt (Büff el 2006) []
  2. Blog geht auf Peter Merholz zurück, der den Begriff Weblog 1999 erstmals in „we blog” aufspaltete (Crystal 2006, S.239). []
  3. Really Simple Syndication (RSS) gehört aufgrund der Einfachheit zu den am häufigsten genutzten Technologien im \emph{Web 2.0}. RSS ermöglicht das dynamische zur Verfügung stellen von Web-Inhalten via XML-Codierung und ermöglicht so ein simples Abonnieren von Inhalten über einen RSS-Reader (Friedman 2008, S.42). []
  4. Auch Citizen Journalism oder partizipativer Journalismus. []
  5. Zwar gibt es diverse statistische Erhebungen zum Umfang der Blogosphäre, ob die erfassten/ registrierten Weblogs allerdings aktiv betrieben werden lässt sich daraus nicht ableiten. Eine Recherche des Medienunternehmens Universal McCann ergab im März 2008 eine absolute Anzahl von 184 Millionen Blogs weltweit (Winn 2009). []
  6. Trackbacks ermöglichen es, Beziehung zwischen Blogs herzustellen und gestatten einem Blog-Betreiber so Informationen über Backlinks, also Bezugnahmen, zu erhalten und zu veröffentlichen (Tippmann). []

Autor: Jan Brennenstuhl

Jan studiert Informatik (Master) an der Uni Potsdam, arbeitet als Software-Entwickler bei einem mittelständischen berliner Unternehmen, ist leidenschaftlicher Hobby-Photograph und interessiert sich für Streetart und Graffiti.

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