Social-Communities
Social-Communities, oft auch als Social-Networking-Plattformen bezeichnet, sind der Motor für die anhaltende Vernetzung von Inhalten und Menschen im Web 2.0. Sie gestatten es, auf Basis der individuell durch die Nutzer erzeugten Inhalte (Stichwort: User-Generated-Content), soziale Kontakte online abzubilden, zu pflegen und immer neue Nutzer „kennenzulernen”. Entscheidend ermöglicht wird dies durch das Prinzip der Folksonomy, also der Verschlagwortung von Daten, Interessen und anderen persönlichen Informationen1, auf deren Grundlage mögliche Bekannte und Gleichgesinnte ermittelt und den Nutzern als Verwandte, Freunde oder potenzielle neue Kontakte vorgeschlagen werden. Den Ausgangspunkt bildet dabei das durch den Nutzer mit Inhalten gefüllte Profil, das im Idealfall über relevante, nutzerspezifische Informationen verfügt (Roggenkamp 2010, S.35f). Die Verknüpfung dieser verschiedenen Profile stellt dabei nicht nur den Kern des „sozialen” Netzwerks dar, sondern ermöglicht auch das auf personalisierter Werbung basierende Geschäftsmodell der Betreiber2.
Mit über 750 Millionen aktiven Nutzern weltweit3, 19 Millionen davon aus Deutschland4, gilt Facebook5 als bekannteste und erfolgreichste Social-Community. Besonders interessant für Social-Community-Betreiber ist es eine kritische Masse von Nutzern an die Anwendung zu binden und so dafür zu sorgen, dass sich die Plattform dynamisch und von sich heraus erweitert. Zusätzliche Angebote wie integrierte Messaging-Systeme sowie Meinungs- und Informationsaustauschplattformen oder das Bereitstellen von Schnittstellen für externe Anwendungen sorgen dabei für eine zunehmend stärkere Bindung an die Community (Roggenkamp 2010, S.36).
Durch die weltweite Verknüpfung von Daten, Informationen und millionen Nutzern ermöglichen Social-Networking-Plattformen wie keine anderen Web 2.0-Anwendungen die Entwicklung von Interessengruppen oder das Mobilisieren von Personen sowohl online als auch offline6.
- Persönliche Informationen wie zum Beispiel Angaben über Lieblingsbücher, -filme oder -farben werden häufig auch als Metadaten einer Person bezeichnet, über die sich konkrete Persönlichkeits- und Verhaltensprofile erstellen lassen. [↩]
- In diesem Zusammenhang treten oft datenschutzrechtliche Problematiken auf (Kurz u. Rieger 2011, inklusive Erläuterungen zu Verwertungsmechanismen von persönlichen Nutzerdaten). [↩]
- Stand: Juli 2011, siehe www.facebook.com [↩]
- Stand: 09. Juli 2011, siehe www.allfacebook.de [↩]
- www.facebook.com [↩]
- Als Projekte, die es besonders verstanden Online- und Offline-Mobilisierung zu verbinden, gelten zum Beispiel die US-Wahlkampfkampagne von Obama im Jahr 2008 oder die organisierten Proteste gegen das umstrittene Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 in 2010 (Schmidt 2010). [↩]