Crowdsourcing
Im Jahr 2006 von Jeff Howe geprägt, lehnt sich der Neologismus Crowdsourcing an das Auslagern von Unternehmensaufgaben an externe Firmen (das sogenannte Outsourcing) an und beschreibt somit die „Übertragung von Unternehmensaufgaben auf eine Masse („Crowd”) von Menschen unabhängig von Organisationen” (Gronau u. a. 2009, S.128). Dabei werden ausgewählte Teilaufgaben oder Problemstellungen, häufig solche, die Menschen effizienter als Maschinen lösen können und oft ergänzt um monetäre Anreize, veröffentlicht und auf diese Weise die kollektive Intelligenz der Nutzer genutzt, um kostengünstig komplexe Unternehmungen durchzuführen, Qualitätssicherung zu betreiben, neues Wissen zu entwickeln oder kreative Lösungen zu finden (Friedman 2008, S.52).
Ausgenutzt wird bei dieser besonderen Form der Arbeitsteilung vor allem der Faktor Motivation. Aufgrund der scheinbaren Einfachheit einer Aufgabe oder der in Aussicht stehenden öffentlichen Anerkennung sind Nutzer häufig bereit, gegen eine geringe Entlohnung oder in manchen Fällen sogar unentgeltlich ihr Wissen oder ihre Kreativität Anderen zur Verfügung zu stellen. Diese zum Beispiel bereits aus Open-Source-Projekten bekannte Tatsache ermöglicht es, aus den vielfältigen Aktivitäten und Interessen von Nutzern Mehrwerte zu schöpfen und darüber hinaus Menschen längerfristig an bestimmte Vorhaben, Produkte oder Organisationen zu binden.
Neben den vielen kleineren Crowdsourcing-Projekten, die vorallem die Kreativität von Nutzern zum Beispiel im Bereich Grafik-Design und Software-Programmierung in Anspruch nehmen, existieren auch Crowdsourcing-Plattform, die Anlaufstellen für Arbeitnehmer und -geber darstellen. Bekanntestes Beispiel dafür ist Amazons Mechanical Turk1, ein Marktplatz für zumeist kleinteilige Arbeiten, sogenannten Human Intelligent Tasks, bei dem registrierte Nutzer aus einem Pool von Aufgaben wählen und diese gegen Bezahlung abarbeiten können.